Südkurier, 11.03.2008:

Glaube in Tönen

Konzert des Kammerchors in der Melanchthon-Kirche

Glauben ist vielseitig und Glauben ist vielstimmig. Diesen Eindruck hinterließ der Kammerchor Stockach, als er am Sonntag in der Melanchthon-Kirche die Noten tanzen ließ.
Die vielseitigen Stücke organisierten sich rund um das Thema „Wir glauben an Gott“. Auf diese Weise beleuchtete das abendliche Kirchenkonzert den Glauben einmal von seiner musikalischen Seite. „Das Glaubensbekenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch das Konzert“, sagt Chorleiter Mathias Trost. „Vom Barock in die Renaissance und bis hin in die Moderne ist alles dabei.“ Sie spielen Bach, Bruckner und Tschaikowsky. Auch der Blickwinkel ändert sich, mal singt der Chor, dann rauschen Orgelklänge durch die Bänke der Kirche oder man hört den Worten der Lesung zu, die das Konzert begleitet.
Dass diese kleine musikalische Zeitreise ein Erfolg war, zeigt sich schließlich nicht nur in einem begeisterten Applaus, sondern ebenso in den strahlenden Gesichtern von Chor und Leitung. Isabelle Bolz

Südkurier, 08.03.2008:

Musikalische Glaubensbotschaft

Melanchthon-Kirche: Konzert zur Fastenzeit mit dem Kammerchor Stockach

Wir glauben an Gott – musikalische Betrachtungen zum Glaubensbekenntnis“: Unter diesem Leitmotiv steht das Konzert des Stockacher Kammerchors morgen in der Melanchthon-Kirche. Der Chor wird unter Leitung von Mathias Trost einzelne Sätze des Glaubensbekenntnisses aufnehmen und musikalisch interpretieren.
Auch Organistin Dina Trost aus Sigmaringen, die schon mehrere Male mit dem Chor gemeinsam konzertierte, hat ihren Vortrag auf die Sätze des Glaubensbekenntnisses abgestimmt. Das Konzert wird nach dem Wortlaut des Nizänischen Glaubensbekenntnisses gestaltet, welches von Prädikantin Petra Domm gesprochen wird.
Die A-cappella-Themen-Konzerte des Kammerchores Stockach zur Fastenzeit können zu einer spirituelle Erfahrung werden: Die enge Bindung der gesprochenen Worte mit den musikalischen Glaubensbotschaften der Komponisten berühren besonders in einer Zeit, in der der Mensch durch freiwilligen Verzicht einen neuen Zugang zu sich und seinem Glauben an Gott sucht.
Petra Domm freut sich auf das Konzert, das sie gemeinsam mit dem Chor gestalten wird: „Glaubensbekenntnisse erscheinen manchen Menschen abstrakt oder komplex. Die Musik und die von mir ausgewählten ergänzenden Texte werden einfühlsame und vielleicht neue Zugänge in das Glaubensbekenntnis ermöglichen.“ Die Prädikantin der evangelischen Kirche Stockach hat das Nicäno-Konstantinopolitanum ausgesucht, das einzige Glaubensbekenntnis, das in allen östlichen und westlichen Kirchen Anerkennung und Anwendung findet. Es entstand aufgrund langwieriger theologischer Auseinandersetzungen, die 318 n. Chr. begannen. Im Jahre 381 erweiterte das erste Konzil von Konstantinopel das auf dem Konzil von Nicäa (325) formulierte Glaubensbekenntnis. Die strittigen Fragen über die Göttlichkeit Christi klärte man, indem man das Wort „homousios“ (griechisch „von der gleichen Substanz“) einführte. Damit entschied sich das Konzil gegen die Auffassung von der Wesensähnlichkeit Christi mit Gott.
Das am Sonntag vorgetragene Glaubensbekenntnis ist umfassender als das apostolische Glaubensbekenntnis, welches am bekanntesten ist. Chor und Orgel werden nach den gesprochenen Abschnitten deren Kernaussagen aufgreifen. Dabei kommen Werke von Knut Nystedt, Stanley Vann, J. S. Bach, Maurice Durufle, John Stainer, Orlando di Lasso, Max Reger, Peter I. Tschaikowsky, Anton Bruckner, Felix Mendelssohn Bartholdy und Simon Waver zu Gehör. Auch wenn die Komponisten aus verschieden Jahrhunderten und damit unterschiedlichen Stilepochen stammen, verbindet sie in jedem Falle eines – der empfindsame Zugang zum Glauben. Cornelia Giebler

Programm:
Chor: Knut Nystedt I will praise thee, o Lord
Orgel: Stanley Vann Credo
Orgel: J.S. Bach Gott, Schöpfer, heiliger Geist, BWV 667 Chor: B. Kolberg Gott spricht zu uns sein schönstes Wort Chor: Maurice Durufle Tota pulchra est
Chor: John Stainer God so loved the world (from The Crucifixion)
Chor: Orlando di Lasso Jubilate Deo
Orgel: Max Reger Te Deum, op.59
Chor: Peter I. Tschaikowsky Cherubinischer Gesang Nr. 1
Chor: Anton Bruckner Locus iste
Chor: Felix Mendelssohn Bartholdy Wer bis an das Ende beharrt
Chor: Simon Waver Amen
Orgel: J.S. Bach Wir glauben all an einen Gott, BWV 680