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Händels Dettinger Te Deum in der Sankt Oswald-Kirche mit zahlreichen Akteuren

Botschaft tiefen Gottesglaubens

Südkurier, 17.10.2007:
"Wunderschön war es. Die haben aus dem Herzen heraus gesungen und musiziert", bezeichnet Pfarrer Michael Lienhard nach enthusiastischem Applaus das große Chor- und Orchesterkonzert in seiner nahezu vollen Sankt Oswald- Kirche, in dessen Mittelpunkt die authentische Aufführung von Händels glanzvollem „Dettinger Te Deum“ stand.
Der recht imposante Chorapparat, gebildet aus dem vom Dirigenten Mathias Trost geleiteten Stockacher Kammerchor und den von Stefan Gräsle geleiteten Chören des Nellenburg- Gymnasiums, als da sind „Cantus Iuvenis“, mitsamt Eltern- /Lehrer- sowie Pop- und Gospelchor, bildeten zusammen mit dem Orchester „Nellenburg- Ensemble“ eine harmonisch zusammenwirkende Einheit. Dabei wussten Chor und Orchester über ihre Beweglichkeit und gute Intonation hinaus ihre Zuhörer genauso zu fesseln und zu berühren wie die stimmschönen Solisten Michaela Breth (Sopran), Eberhard Graf (Tenor), Volker Spiegel (Bass) und die (stellenweise leicht indisponierte) Altistin Ulrike Clausen.
Stefan Gräsle, der die Chöre des Nellenburg-Gymnasiums auf das Werk vorbereitet hatte, wirkte mit als Cellist im Nellenburg Ensemble, das sich vor dem Te Deum zusammen mit der Solo-Sopranistin in herrlich federnder Agogik der Bach-Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ widmete. Mitten ins Herz traf da bereits das herrlich spritzige, von einer Trompete durchstrahlte Streicher- Vorspiel, dem nachtigallengleich in schönen, ariosen Koloraturen die lupenreine Sopranstimme von Michaela Breth entstieg. „Jauchzet Gott in allen Landen. Wir preisen, was er an uns hat getan“, war die Botschaft im stimmungshebend fröhlichen Jubilieren, zu dem die Orchesterorgel mit metrischer Genauigkeit das Fundament gab, Gänsehaut erzeugte die innig beseelte Kommunikation im Zusammenwirken von Breths schlackenlos strömender Sopranstimme und dem warmen Celloton Gräsles im Rezitativ.
Zu Höhenflügen himmelhoch jauchzenden Lobpreisens führte Mathias Trost den Chor samt Solisten und erweitertem Orchester im nachfolgenden Te Deum. Es begann mit triumphierenden Fanfaren-Moti ven des Orchesters, dem Trompeten und Pauken Kraft und Elan gaben. Die aus tief religiösem Herzen formulierte Freude über die Existenz eines allmächtigen Gottes war auch hier die überzeugend vermittelte, diesmal auf Englisch gesungene Botschaft. Bevor der Chor mit „We praise Thee, oh God“ mit gehaltenen Akkorden in Klangfülle einsetzte, war die Akustik von triumphierenden Fanfaren des Orchesters erfüllt, unterlegt mit Kraft und Elan der Trompeten. Dem in den Altstimmen entspringenden flüssigen Legato geboten lapidare Chorrufe Einhalt. Wunderschön besang der Chor in fünfstimmigem, figurenreichem Satz die Erlösungstat des Heilands, und Gänsehaut erzeugte das von den Alt-, Tenor- und Bass-Soli gesungene, in demütige Haltung zurückgenommene „Thou sittest at the right hand of God“. Die extreme Berührtheit steigerte sich noch im Nachsatz des figurenreich verhaltenen chorischen Flehens um Erlösung mit den in Terzen a capella singenden Frauenstimmen. Dass nach dem finalen Lobpreisen in Form eines funkenstiebenden Feuerwerks kein Schnellklatscher die nachspürende Stille durchbrach, sprach für die stimmliche und instrumentale Qualität aller Mitwirkenden. Gaby Rieger